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Stand: 07.06.2017

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Nachrichten

12.12.2018  
Österreich war immer sehr nahe an der slawischen Kultur 
Botschafterin Mag. Andrea Wicke im WB-Gespräch 
2018_11_III.jpg

Sie sind seit 18 Jahren mit Bulgarien befreundet. Wie hat sich Ihr Bild vom Land in dieser Zeit verändert?

Ich bin eigentlich nicht 18 Jahre mit Bulgarien befreundet, sondern im Jänner 25 Jahre mit Bulgarien verheiratet, weil mein Mann bulgarischer Herkunft ist. Wir haben uns in Österreich kennengelernt. Er war Balletttänzer, ist nach Österreich gekommen, und wir haben uns damals kennengelernt, als wir beide am Theater waren, und seitdem bin ich mit Bulgarien verbunden und das erste Mal war ich im Land 1991. Vor 18 Jahren war ich das erste Mal hier auf Posten mit meinem Mann als Erstzugeteilte an der Botschaft und das Land hat sich in diesen Jahren schon sehr stark verändert, aber von 1991 bis jetzt – diese große Veränderung habe ich natürlich von der Distanz aus auch verfolgt. Es ist umwerfend. Die Bulgaren hatten am Anfang den Glauben, dass das innerhalb von ein paar Jahren geht. Ich habe damals schon gesagt, es dauert 1 – 2 Generationen, diese Veränderungen. Man braucht sich nur die Geschichte anschauen. In der Welt gehen solche Veränderungen nicht über Nacht. Das dauert seine Zeit und auf dem Weg ist sehr viel Knochenarbeit zu leisten. Es sind sehr viele Rückschläge, sehr viele Illusionen, es passiert einiges. Es ist eine Zeit gewesen, auch in Bulgarien, da hat jeder geglaubt, er kann machen, was er will. So hat man die Freiheit am Anfang verstanden. Aber das ist schiefgegangen, weil Freiheit braucht Grenzen. Es braucht einen Rechtsstaat, es braucht Gesetze, es braucht Spielregeln, an die man sich in seiner Freiheit hält. Und alle diese Dinge zu verstehen, ins individuelle und ins kollektive Bewusstsein zu etablieren, das braucht einfach Zeit und die Geduld muss man sich nehmen, um auch einen gewissen inneren Abstand und Dinge nicht allzu negativ zu sehen, weil es einfach so ist, dass das dauert. Dann geht man an die Sache etwas gelassener heran. Meine Brille war immer positiv, in dem Sinne, dass ich natürlich nicht nur meinen Mann, sondern die Menschen hier immer sehr gern gehabt habe. Und ich fand es ein faszinierendes Land mit einer unglaublich alten Geschichte und das Potenzial habe ich immer gesehen. Ich glaube, dass sehr viele positive Entwicklungen tatsächlich stattgefunden haben. Auch wenn die Leute, die hier lange leben, das nicht so erkennen, wenn das ihnen zu langsam geht. Es hat sich sehr verändert.

Ab Juli führt Österreich die EU - was will Ihr Land?

Was Österreich in der EU-Ratspräsidentschaft will, ist das, was alle wollen: ein Vermittler, der nicht seine eigene Position in den Vordergrund stellt und seine eigenen Interessen. Das ist das Wesen der Ratspräsidentschaft, sondern versucht Lösungen zu finden, Kompromisse zu finden, mit denen alle leben können und Probleme zu lösen und weiterzugehen gemeinschaftlich. Die eigenen Interessen kann man in einem Motto für das Programm darstellen. Das hat Österreich getan: „Ein Europa, das schützt“ war unser Motto. Hat natürlich sehr viel mit dem großen Thema der letzten Jahre zu tun, mit der Migration, von der Österreich massiv betroffen ist. Bulgarien hatte auch sein großes Thema, und das war der Westbalkan. Aber darüber hinaus nimmt man sich als Präsidentschaft eher zurück und versucht Probleme zu lösen, die vorgegeben sind. Der Brexit konnte während der ersten Jahreshälfte leider zu keinem Abschluss gebracht werden, zu keiner Verhandlungslösung. Das haben wir jetzt geerbt. Das ist eine sehr dominante Aufgabe, die wir haben.

 

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