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Stand: 07.06.2017

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Nachrichten

11.06.2018  
Bulgarien wie Las Vegas 

Die Bulgaren gaben 2017 drei Mrd. Lewa für Glücksspiele aus

06_2018-04.jpgAuf dem Foto: Der Premier Boyko Borisov spielt Fußball für die Mannschaft von „The Bistrica Tigers“ in einem Werbe-Trikots von Efbet. Der Sponsor hatte das Glück, dass Borisov einen Hattrick erzielte, worüber die Medien sehr ausführlich berichteten. Das hat sich für den Werbenden sehr gut rentiert
 

Zhivko ist 35 Jahre alt, wohnt noch im Hotel Mama, hat keine Ersparnisse und in den letzten Jahren lebte er folgenderweise: er arbeitete einige Monate (gibt aber auf, weil es anstrengend ist und seine Bosse auf seine Kosten gewinnen) und dann ruhte er sich wieder einige Monate (dank des Arbeitslosengeldes) aus. Momentan sucht er nach einer Gelegenheit, sich passive Einkünfte aus einem Geschäft zu sichern, weil er weiß, dass er nicht mit besonders viel Hingaben an die Sache herangehen will. Er wird einige Arbeitnehmer einstellen und täglich nur den Gewinn kassieren. Ach, ja – damit er eine Geschäftstätigkeit überhaupt aufnehmen kann, hofft er im Lotto zu gewinnen und deshalb rubbelt er Rubbellose jeden Tag frei.

Das Lotterielos – der Weg zum Erfolg

Zhivko ist kein Einzelfall, sondern eine repräsentative Stichprobe der Pandemie mit den Rubbellosen, die sich in Bulgarien ausbreitet. Die Ärmsten in der Gesellschaft sind unter den am schwersten Betroffenen. Drei Milliarden Lewa für Glücksspiele (vor allem für Lotterielose) gaben die Bulgaren im Jahr 2017 aus. Menschen aller Altersgruppen sehen ihre einzige Chance für Entwicklung und Bereicherung in irgendwelchen Scheinen, die sie mit einer Münze freirubbeln. Unzählige Werbespots im Fernsehen versprechen ihnen täglich ohne Mühe und Anstrengung und ohne etwas zu machen, reich zu werden. Es gibt keine einzige Siedlung, nicht mal ein einziges Stadtviertel ohne Spielhallen. Lotterielose werden überall verkauft – in Geschäften, Buchhandlungen, Kiosken. Auch die Nationalpost scheint dem Handel mit den Rubellosen zu unterliegen. In jeder Niederlassung der Post gibt es Schalter für Pakete, für Telegramme usw. Die bunten Scheine zum Rubbeln werden an allen Schaltern verkauft. Alte Menschen stehen Schlange, um ihre Renten zu bekommen und danach lassen sie einen Teil davon an demselben Schalter und gehen nach Hause mit einigen Scheinen „Hoffnung“. In den Lebensmittelgeschäften kratzen die Ärmeren ihr letztes Geld zusammen und kaufen das Billigste, aber im Beutel mit ihren spärlichen Einkäufen sind unbedingt einige der Scheine der Freude vorhanden, woraus ihre Kinder schließen, dass der Weg zum Erfolg das Lotterielos ist.

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