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Wecheselkurse der Balkanwahrungen

Stand: 07.06.2017

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10.05.2018  
Warum auf dem Balkan keine Tiger leben
 
05_2018-04.jpg

Ivan Stambolov – Sulla

Die Sache kam dadurch ins Rollen, weil ich mit einem alten Freund von mir wegen eines anderen Anliegens telefoniert habe. Mein Freund ist wahrscheinlich der beste Spezialist für Regionalpolitik in Bulgarien. Er ergriff die Gelegenheit und erzählte mir etwas äußerst Interessantes, worauf man in den Mainstream-Medien wohl kaum stoßen könnte, da es weder von einer mit Handschellen gefesselten Bürgermeisterin handelt noch von einem auf der Autobahn überschlagenen Lastwagen, noch von Melania Trumps Hut, und schon gar nicht von Boyko Borisovs Hochschulen. Ich erfuhr, dass Bulgarien vor der Notwendigkeit steht, seine strategischen Planungsräume bis zum Anfang kommenden Jahres zu überprüfen, um den nächsten Programmplanungszeitraum betreten zu können. 
Ich weise darauf hin, dass Eurostat (das Statistikamt der Europäischen Kommission) Daten über die europäischen Regionen erhebt und verarbeitet, aufgrund derer die Kohäsionspolitik der Union festgelegt wird. Zu diesem Zweck ist es von hohem Belang, die Planungsregionen zu skizzieren. Eine solche Region muss eine Reihe von Bedingungen erfüllen, einschließlich derer für die Bevölkerungszahlen. Sie darf nicht von weniger als 800 000 Personen bewohnt werden.
In letzter Zeit kam es hierzulande dazu, dass die nordöstliche Planungsregion unter diese Marke fiel, und die Nördlich-zentrale Planungsregion steht am Rand. Dies erfordert ein Überdenken der Regionalisierung. Sollten wir nicht umdenken, werden wir womöglich Probleme mit der EU-Förderung haben, die für uns so wichtig ist„wie die Sonne und die Luft für jedes Lebewesen“. Wir werden es aber tun.
Die Frage ist, wie wir das bewerkstelligen sollen. Es ist eine Kunst an sich, die Grenzen so abzustecken, dass man die gemeinsamen Nenner für Infrastruktur, Tourismus, Mineralien, Landwirtschaft etc. findet. Dieser Aufgabe hat sich auch mein Freund angenommen und er ist augenblicklich desillusioniert, weil man in den benachteiligten, aber sonst strategischen Gebieten entlang der südlichen Grenze Bulgariens, sich nur dafür interessiert EU-Mittel für „ein warmes Frühstück in der großen Pause“ abzurufen, anstatt in eine neue Straße von Pirin nach Strandzha zu investieren.
Derzeit achtet man nicht auf gemeinsame Nenner, sondern genau wie zu Lebzeiten des Politikers Pentcho Kubadinski, achtet man eher darauf, welcher Provinzgouverneur an der Spitze des jeweiligen Planungsgebietes stehen wird. 
Im Zuge des Gesprächs kamen wir auch zu einer Europakarte, auf der eingezeichnet ist, wie viel BIP pro Kopf im Verhältnis zum EU-Durchschnitt prozentual erzeugt wird. Je höher die Planungsgebiete über den Durchschnitt steigen, desto grüner werden sie, und je tiefer sie unter den Durchschnitt fallen – desto roter werden sie. So sind die irischen Gebiete am dunkelgrünsten, weil sie ein BIP pro Kopf von mehr als 180 Prozent des EU-Durchschnitts generieren, d. h. zweimal so hoch. Am dunkelrotesten sind die bulgarischen Gebiete hingegen, weil sie unter 20 Prozent erzeugen, d. h. zweimal so wenig.
Genau diese Polarität zwischen Bulgarien und Irland hat mir imponiert. Ja, ich weiß, ich weiß, dass beide Länder des Öfteren verglichen worden sind und man des Öfteren Unterschiede und Gemeinsamkeiten ermitteln wollte. Man wird gleich sagen: die Unterschiede zwischen den Planungsregionen Bulgariens und Irlands sind die gleichen wie die Unterschiede zwischen den Ländern – es geht um das BIP pro Kopf. In Irland betrug das BIP pro Kopf im Vorjahr 56 300 Euro, und in Bulgarien waren es nur 6300 Euro, bei einem EU-Durchschnitt von 27 600 Euro. Das heißt, dass dieser Indikator in Bulgarien fast um das Neunfache schlechter ausfällt als in Irland. Warum ist das so?
„Hihi! - werden die Kenner des Problems ausrufen. - Es ist ganz und gar nicht verwunderlich, dass es den Iren neunmal besser geht, in Anbetracht der Tatsache, dass sie Google, Facebook, Apple, Gateway, Dell und Intel bei sich haben ...Was wollen Sie denn?!

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