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Stand: 07.06.2017

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21.12.2017  
Editorial
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Während der Proteste der griechischen Landwirte im Februar letzten Jahres war ich gerade mit dem Auto unterwegsin Richtung Athen. Die meisten Landstraßen in Richtung Hauptstadt waren gesperrt. Die protestierenden Landarbeiter waren mit schweren Landmaschinen und sonstigem Gerät auf den Straßen. Ich hatte bisher noch nie so viel Landtechnik an einer Stelle gesehen. Ganz gleich, ob ihre Forderungen gerecht waren oder nicht, ich sah damals auf den griechischen Autobahnen Tausende freie Menschen. Das waren nicht etwa Großgrundbesitzer, sondern viele, zu viele Kleinbauern und Landwirte sowie Vertreter von Familienbetrieben, die nicht so ohne weiteres hätten in die Knie gezwungen werden können.
Ich fragte mich, wo denn all die freien MenschenBulgariens geblieben sind. Unlängst hat Prof. OgnjanBojukliev vom Wirtschaftsforschungsinstitut an der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften erläutert, dass 22 landwirtschaftliche Großbetriebe 60 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Bulgariens kontrollieren. 4 % der Landbetriebe bewirtschaften 80 % des Bodens. Der größte Landbesitzer, der über 100 000 ha Ländereien kontrolliert, ist ein Bulgare. Der Experte meine weiterhin, das wäre auch europaweit einzigartig. Auf der anderen Seite würden die kleinsten Landbetriebe 50 % aller Arbeiter in diesem Sektor beschäftigen. Beunruhigend ist weiterhin, dass nur etwa 6 % der Landbetriebe ihre Produkte auch vermarkten, denn die verbleibenden 94 % sind mehr oder wenigerfür den privaten Konsum bestimmt.
Ein Grund für die Konzentration von Grund und Boden ist die Art der Subventionierung mit EU-Geldern. Die Direktzahlungen pro Flächeneinheit ohne Höchstgrenze der Subventionen führen zu einer ständigen Erweiterung der großen Landbetriebe. Eine weitere Begleiterscheinung in diesem Kontext ist auch die Tatsache, dass die Diversität stark darunter leidet und inzwischen nur sehr wenige Bodenkulturen großflächig angebaut werden. Seit dem EU-Beitritt Bulgariens sind mittlerweile10 Jahrevergangenen. Ein Großteil der Subventionen fließt nun allein in den Getreideanbau, wobei sonstige Lebensmittel bereitwillig eingeführt werden auf Kosten traditioneller bulgarischer Produkte. Auf diese Weise generiert Bulgarien Mehrwert-Verluste von ca. BGN 10 Mrd. und hat leichtfertig etwa 500 000 Arbeitsplätze eingebüßt (vgl. Prof. Bujukliev). 


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