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Stand: 07.06.2017

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Wirtschaft

21.12.2017  
Die Demokratie in Bulgarien funktioniert eigentlich nicht,  sie ist bloß eine Formalität
Der Karikaturist Christo Komarnitski im WB-Gespräch
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Der Name Christo Komarnitski ist denjenigen ein Begriff, die sich für das politische Leben in Bulgarien interessieren. Seit 1997 spiegelt eine von ihm gezeichnete Karikatur auf der letzten Seite der Zeitung Sega das bedeutendste Tagesereignis am exaktesten wieder. Mit unnachahmlicher Ironie reagiert er auf bulgarische und weltweite Nachrichten, Helden, Trends. Im letzten Jahrzehnt illustrieren seine bewegenden Werke die Titelseite jeder Ausgabe der Zeitung Wirtschaftsblatt. Im März dieses Jahres begann Komarnitski gemeinsam mit zwei Kollegen von ihm die Zeitung Pras-Press - das Organ der ungezähmten Karikaturisten - zu veröffentlichen. “Diejenigen, die über das Territorium walten, verspüren eine unmenschliche, tierische Angst vor freien Menschen. Ich kann sie wittern”, so der begnadete Satiriker zu Beginn des Projekts. Mehr darüber erfährt man im Interview.

Im März nahmen Sie die Veröffentlichung der Zeitung Pras-Press mit der Intention in Angriff, die Bedeutung der Wortverbindung “das freie Wort”, die nach dem Jahr 1989 entstand, danach jedoch verschwamm, wieder geläufig zu machen. Sind Sie erfolgreich in Ihrer Mission?

Die Idee für die Zeitung entstand gut ein Jahr vor ihrem Erscheinen, als meine Kollegen und ich auf der Suche nach einer Möglichkeit waren, uns dem immer größer werdenden Druck auf das freie Wort und auf die Karikatur in den Medien zu widersetzen. Der Karikaturist Chavdar Nikolov und seine gesamten Arbeiten waren gerade vom Sender NovaTV skandalös abgesetzt worden und Chavdar Georgiev war nach der Schließung der Zeitung Novinar arbeitslos geblieben. Wir beschlossen dies zu tun, was wir am besten können: eine satirische Zeitung mit Karikaturen, frei von jeglichen Einschränkungen und Formen offener und versteckter Zensur, ein Antipode der immer stärker kontrollierten, abhängigen und unterworfenen bulgarischen Presse. Inwiefern uns das gelingt, können nur die Leser einschätzen.

Wie wird das Blatt vertrieben?

Es stellte sich heraus, dass der Vertrieb einer Zeitung in Bulgarien der schwierigste Teil ihrer Realisierung ist. Gleich zu Beginn prallten unsere Vorstellungen auf die hässliche Realität des Printmedienmarktes. Wir brachten in Erfahrung, dass nahezu 90 Prozent dieses Marktes sich unter der Kontrolle des großen Verlegers, Geschäftsmanns und Politikers Delyan Peevski befindet. Offensichtlich fanden er und seine Gönner keinen Gefallen an unserem Blatt. Uns wurde der Vertrieb verweigert und der Zugang zu unseren Lesern war praktisch abgeschnitten. In solch einer Situation gestaltet sich das Überleben eines Mediums als äußerst schwierig. Mit der Unterstützung unserer Leser, einiger kleiner unabhängiger Vertriebsfirmen und Buchhandlungen vermochten wir unser bescheidenes Verkaufsschema für die Zeitung auf die Beine zu stellen. Peevskis Firmen nehmen ein immer größeres Territorium am ohnehin geschrumpften Markt ein und erschweren unseren Weg zum Leser zunehmend.

Wer fürchtet sich vor Pras-Press?

Auf den ersten Blick ist unser Blättle bloß eine harmlose Publikation mit witzigen Bildlein, was eigentlich niemandem Angst einflößen dürfte. Ich vermute, dass die bloße Existenz des Blattes als eine unabhängige, freie Publikation eine Bedrohung für diejenigen darstellt, die die Medien in Bulgarien in Unterwürfigkeit und unter Kontrolle halten - Figuren aus Politik und Wirtschaft, deren Interessen hinter den Kulissen verstrickt sind. Es ist kein Zufall, dass unser Land in den Rankings über Medienfreiheit keine beneidenswerte Position einnimmt. 
Ein weiterer Grund, Angst und Missgunst gegenüber Pras-Press zu hegen, ist die Unverträglichkeit der Regierenden und der politischen Klasse gegen jegliche Form von Kritik.

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