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Stand: 07.06.2017

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Nachrichten

07.12.2017  
Wir, eine Großmacht - wie kam es dazu?
Podzaglavie
12_2017-03.jpg“Boyko Borissov schloss sich, wie auch Trump schon, dem Säbeltanz in Saudi Arabien an“Daniel Smilov

In dieser Woche wurde Bulgarien als Großmacht bestätigt. Bereits Montag erreichten uns die freudigen Nachrichten aus Budapest. Ministerpräsident Borissov höchstpersönlich verkündete in aller Klarheit: „Wir arbeiten für die Prosperität und dafür, dass die Dinge passieren. Wir haben ein Jahr Zeit und können richtungsweisend sein – in Ost wie in West“.
Für die ernsten Analysten waren das Konditional und der einjährige Aufschub einfach ein Zeichen von Bescheidenheit. Einerseits ist klar, dass bei einer solch intensiven Arbeit um das Wohlergehen der Faktor „Zeit“ einfach ein kleines technisches Detail darstellt (und nicht wie in dem Ausdruck „ich werde ein Fahrrad kaufen“ d. h. im nächsten Jahr). Andererseits, was kann denn in den nächsten 12 Monaten noch groß passieren, so dass wir einen Quantensprung machen – von einer nicht führenden Nation zu einer führenden Nation in zweierlei Richtung?! Ein solches Ereignis kann man sich nicht einfach so aus freien Stücken ausdenken. Die Schlussfolgerung demnach: wir sind bereits eine Großmacht. Es schickt sich nicht an, dies mit viel Lärm öffentlich zu verkünden, sondern es soll vielmehr auf Umwegen, d. h. verhalten und mit Würde geschehen.
Der Gipfel zwischen China und den Ländern Öst- und Zentraleuropas mit Gastgeber Viktor Orbán war das allerbeste Forum, um den geänderten internationalen Status Bulgariens diplomatisch zu verkünden. Die Nachricht stieß leider auf wenig Interesse und Zuspruch in der internationalen Presse und wurde wenig beachtet, doch die Tatsache, dass Bulgarien im nächsten Jahr Gastgeber eines Folgeereignisses wird, reicht völlig aus, um die Anerkennung der Partnerländer zu attestieren. Argwöhnische und provinzielle Menschen deuteten an, dass China sich auf das Format 16+1 festgelegt hätte, um die EU zu schwächen und durch separate Vereinbarungen eine wirtschaftliche Plattform im östlichen Teil des Kontinents zu schaffen. Doch da wir die Führung im Osten übernehmen, erübrigen sich derartige Befürchtungen ganz und gar.
In den nächsten Tagen wurden Zurückhaltung und Bescheidenheit etwas vernachlässigt, aber die führenden bulgarischen Medien brachten viel direktere Schlagzeilen. BTV führte den Reigen unter den Reportern an mit der Nachricht: “Boyko Borissov schloss sich, wie auch Trump schon, dem Säbeltanz in Saudi Arabien an“. BNT präzisierte die Nachricht für alle Ungläubigen: „Arda ist ein arabischer Folklore-Tanz, der nur von Männern getanzt wird. Früher wurde er getanzt, bevor man in den Krieg oder in die Schlacht zog, doch inzwischen wird er zu verschiedenen feierlichen Anlässen getanzt.“
Die iranische Regierung hatte anscheinend ein wichtiges Detail versäumt, nämlich, dass der Tanz Arda neben der militärischen, auch eine symbolische Bedeutung hat. Das war sicherlich der Grund, weshalb die triumphale Ankunft der bulgarischen Delegation in Riad empfindlich getrübt wurde. Das Verbot zum Überfliegen des iranischen Luftraums führte dazu, dass der Pilot ein paar Schleifen im Himmel drehen musste, was in Anbetracht der nachfolgenden Ereignisse als Höhenflug zu werten ist, dem Applaus zu zollen ist.
Irina Zoneva von BNT hat das diplomatische Zeremoniell verniedlicht durch die Erläuterung, dass der Siegestanz Arda vor der „historischen Visite“ nur für den britischen Thronfolger und Donald Trump (zwei unterschiedliche Personen – Bem. d. Autors) getanzt wurde. In einer solchen Gesellschaft konnten wir nicht anders, als zur Großmacht aufzusteigen, da weder Putin noch Erdogan bisher eine solche Ehre zuteilwurde (ganz zu schweigen von Merkel oder Macron). 

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