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Stand: 07.06.2017

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09.10.2017  
Niedriger Preis der Arbeit hat die qualifizierten Bulgaren verscheucht
Ca. 16 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung hat das Land verlassen
Vyara Stefanova

„Unser größtes Problem gegenwärtig ist die Arbeitskraft. Bis vor ein paar Jahren ist von Arbeitslosigkeit die Rede gewesen. Nun kann man keine Menschen für die Besetzung der Arbeitsplätze finden“. Mit diesen Worten eröffnete Regierungschef Boyko Borisov eine neue deutsche Fertigungsstätte in Bulgarien.

Die Lage am Arbeitsmarkt hierzulande verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. Mittlerweile können sogar Mittel- und Großunternehmen, die über erhebliche finanzielle Ressourcen verfügen, keine Lösung finden. Auf dem Arbeitsmarkt mangelt es inzwischen auch an unqualifizierten Arbeitskräften. Diejenigen, die die nötigen Eigenschaften besitzen und eine gute Bildung genossen haben, sind längst in Richtung Westen aufgebrochen. Eine nicht unerhebliche Anzahl von Bulgaren will nicht für wenig Geld arbeiten und zieht es vor, trotz des Mangels an Geld zu Hause zu bleiben. Das Bildungssystem stößt seit Jahren vollkommen abkömmliche Hochschulabsolventen ohne jegliche Kompetenzen aus und dies nur wegen der staatlichen Subventionierung.
Zu dieser beunruhigenden Tendenz kommt auch die Tatsache, dass Bulgarien eines der Länder ist, bei dem die Alterung der Bevölkerung am meisten fortgeschritten ist. „Die Einwohnerzahl schmilzt um 6 Personen pro Stunde. Es ist offensichtlich, dass es keine Menschen zur Besetzung der Stellen gibt. Die Jugendlichen, die auf ihren Eintritt auf den Arbeitsmarkt warten, sind nicht so zahlreich, dass sie einen Ausgleich für diejenigen, die ihn verlassen, leisten können“, kommentiert Nadya Vasileva, Fachfrau für Humanressourcen-Management. Laut der Finanzexpertin Mika Zaykova ist das Problem viel größer, als es zu sein scheint. Einer der Gründe für den Mangel an Arbeitskräften hängt ihrer Auffassung nach mit dem Fehlen jeglicher Wechselbeziehung zwischen Bildung und Arbeitsmarkt zusammen. „Darüber hinaus bleibt Bulgarien nach wie vor das ärmste Land, was junge Menschen dazu bewegt, den externen und nicht den internen Arbeitsmarkt zu bevorzugen“, meinte sie.

Das ist kein Vorteil mehr

Jahrelang waren die billigen Arbeitskräfte einer der Vorteile, für die die Werbetrommel am kräftigsten gerührt wurde, wenn es um die Anziehung ausländischer Anleger ging. Die Daten der Bulgarischen Zentralbank (BNB) über den Zustrom ausländischen Kapitals in den vergangenen Jahren sind, gelinde ausgedrückt, besorgniserregend, was wiederum bedeutet, dass dieser Vorteil nichts gefruchtet hat.
Gerade die langfristig umgesetzte Politik zur Unterhaltung eines niedrigen Einkommensniveaus führte zur beruflichen Realisierung von Fachkräften im Ausland, wo die Vergütung um ein Mehrfaches höher ist. Der Mangel an einer Bildungsreform war eine der größten Hürden bei der Anziehung von Hochtechnologiesektoren mit Fokus auf der Entwicklung, in denen die Arbeit einen Mehrwert besitzt.
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